Der Live-Ratgeber für coole Bands – und für alle, die es gern wären

Michael Schütz, October 18, 2013

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Bildquelle: http://flic.kr/p/56LPvD

Deutschland ist voll von hervorragenden Bands. Doch nicht erst seit gestern ist es allseits bekannt, dass der Sprung vom Status der (hoch)talentierten Band hin zu einer in Lohn und Brot stehenden Musikkapelle mit monatlichem, für eine Familienplanung vertretbarem Einkommen, steinig ist.

Ein nicht unwesentlicher Aspekt, der oft zum Scheitern führt, ist eine offensichtliche Diskrepanz zwischen musikalischem Können und Live-Präsentation. Defizite bei Letzterem können dann auch einmal schnell zu verklemmt-unbeholfenen Performanzen mit Fremdschämausbrüchen der Audienz führen. Der folgende kurze Stagelink Live-Ratgeber gibt hilfreiche Tipps für die einzelnen Bandmitglieder.

Der Sänger – der Blickfang

Leute, macht euch nichts vor: Alle schauen nur auf den Frontmann. Akzeptiert das. Umso wichtiger ist es, dass das Aushängeschild der Mannschaft sich nicht unbeholfen am Mikro festkrallt oder mit hochroter Birne auf seine Schuhspitzen starrt. Also: Bauch rein, Brust raus, Augenkontakt suchen. Und: Keep it moving!

Der Gitarrist, oder: Wie lange zupft man bis zum Stich?

Jeder, der nur drei Akkorde spielen kann, lässt das auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit raushängen – sei es am Lagerfeuer oder auf Privatparties, wenn zufällig irgendwo eine Gitarre rum steht und man „doch noch mal kurz was von Nirvana” spielen soll. Der Punkt ist: Egal wie schlecht man ist, die Frauen stehen drauf. Deshalb: Weitermachen. Läuft.

Der Bassist: Stille Wasser sind tief

Bassisten im Allgemeinen haben einen doch relativ schlechten Ruf. Zu schlecht zum Gitarre spielen, unscheinbar, zu langweiliges Instrument. Allerdings bieten die 3 verschiedenen Töne pro Song ganz andere Möglichkeiten: Der Mann mit den dicken Saiten kann sich problemlos auf die Interaktion mit dem Publikum (bevorzugt dem weiblichen) konzentrieren. Dies auch gerne betrunken – die paar Anschläge kriegt man auch so hin. Zudem eilt dem Bassisten der Ruf eines groupie- und schnapsverschlingenden Nimmersatts voraus. Könnt also schlimmer sein.

Der Schlagzeuger – Immer auf die Zwölf

Der Schlagzeuger hat ein ganz großes Problem: Sein Instrument. Ist der Musizierende nicht gerade ein Mutant, verschwindet dieser praktisch hinter Trommeln und Becken. Ein Grund mehr, auf sich aufmerksam zu machen. Dies funktioniert am besten über das übertrieben exzessive Ausholen beim Draufloskloppen. Im Grunde lässt sich aber alles auf einen zentralen Tipp herunterbrechen: Vermittle bei jeglichem Schlagzeugspiel, dass das, was du tust, einfach unfassbar anstrengend ist, beispielsweise über ein schmerzverzerrtes Gesicht. Die Leute wollen kein Duracell-Häschen an der Pauke!

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